Marienthal - Klosterdorf im Westerwald
Urlaub im Westerwald

Brauhaus am Franziskaner Kloster Marienthal 

 

Als Graf Salentin Ernst die Regentschaft übernahm, lenkte er sein besonderes Augenmerk auf die alte Marienthaler Wallfahrtskirche, die tiefgreifend restauriert werden musste. Mit den Arbeiten wurde am 13.Mai 1665 der Maurermeister Georg Pfefferle beauftragt.

Als Lohn erhielt er dafür 65 Reichstaler, 3 Malter Korn und zwei Tonnen Bier.

Gleichzeitig mit der Sanierung der Wallfahrtskirche sollte auch ei Klostergebäude entstehen. Die anstehenden Gründungen erwiesen sich als schwierig und mühsam.

Am Fest Maria Lichtmess 1666 konnte von Salentin Ernst der erste Stein zum Klosterbau gelegt werden. Ein Jahr später waren die Bauarbeiten in Grundzügen fertig. Doch immer noch stockte der Innenausbau des Klosters. Ein Schreiner aus Altenkirchen bekam für den Bau einer Wendeltreppe pro Stufe 14 Albus und im ganzen dazu noch 16 Maß Bier. Wie auch andere Überlieferungen zeigen, war Bier nicht nur ein Nahrungsmittel, sondern auch eine Naturalwährung. Kein Wunder, dass mit dem Bau des Klosters auch ein Brauhaus entstand.

" Das Klostergebäude war höchst einfach und machte im Inneren und im Äußeren nicht so sehr den Eindruck eines Klosters als den eines ländlichen Pfarrhauses. Seine Länge mochte etwa 15 Meter, die Breite 7 m betragen. Während die eine Giebelseite sich an den Kirchturm anlehnte, schloss sich an die , parallel zur Kirche laufend, ein kleiner Flügelbau, in welchem wohl Stallungen und Scheune untergebracht waren. In einiger Entfernung von diesem Flügel, jedoch durch einen Gang mit ihm verbunden. Erhob sich ein kleines Brauhaus.

Bier galt damals nicht als Genuss, sondern als Nahrungsmittel und wurde in den Klöstern allgemein als solches hergestellt. Auch der lutherische Pfarrer Müller zu Hamm (1675 - 1731) braute selbst Bier aus einem Drittel Gerste und zwei Drittel Hafermalz.

Über dem Brauhaus waren einige Beherbergungszimmer untergebracht."

(J.Wirtz "500 Jahre Marienthal" S 106 ff)